Markteinschätzung Futures
Vom 24.03.2009 um 09:41 UhrLieber Trader,
die Wall Street schaltete gestern wieder in den Rallye-Modus zurück. Dazu trug eine Reihe von Faktoren bei:
1. Entgiftung
US-Finanzminister Geithner stellte ein weiteres Projekt vor, um das Vertrauen in die Banken zu stärken, was wiederum Kredite weltweit billiger und verfügbarer macht. Dabei handelt es sich um einen Investmentfonds der den Finanzkonzernen sogenannte „toxische” Vermögenswerte, also vorwiegend Forderungen auf Immobilien und Derivate darauf, abkauft. Dafür sind bis zu eine Billion Dollar vorgemerkt.
Das Geld soll teilweise auch von privaten Investoren (vor allem Fonds) kommen. Der Chairman der staatlichen Kreditversicherung FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) verkündete, dass seine Behörde dadurch voraussichtlich Gewinne erzielt. Bill Goiss, Manager bei Pimco, dem weltweit größten Anleihenfonds, erklärte, man nehme daran teil, weil man damit vermutlich Gewinne im zweitstelligen prozentualen Bereich erzielt.
Auch Investmentfirmen und Hedgefonds wie Blackrock, Blackstone oder Fortress wollen teilnehmen. Dahinter steht die Idee, dass die „toxischen” Vermögenswerte, die jetzt zu Schleuderpreisen verkauft werden, bei einer Konjunkturerholung wieder deutlich an Wert gewinnen, weil die dahinter stehenden Schuldner wieder zahlungsfähig werden.
2. Entspannung an der Immobilienfront
Im Laufe des Nachmittags erhielt der Markt noch einen weiteren sehr positiven Impuls. Die Zahl der verkauften bestehenden Eigenheime stieg im Februar überraschend um 5,1 Prozent - ein weiteres Signal dafür, dass sich die Lage an der Immobilienfront entspannt und die Rezession allmählich ihrem Ende zugeht. Damit zeigen sich die ersten Erfolge (dazu zählen auch die Rückkehr der Banken in die Gewinnzahlen und die vergangene Woche gemeldeten wachsenden Baubeginne) der zahllosen vorangegangenen Zinssenkungen und Konjunkturprogramme. Das vergangene Woche angekündigte Maßnahmenpaket der Fed im Volumen von über einer Billion Dollar in Verbindung mit dem heutigen Entgiftungs-Programm dürften dafür sorgen, dass es weitergeht.
3. Markttechnik und Short Squeeze
Hilfreich waren auch charttechnische Faktoren, berichtete der Infodienst Bespoke, weil der S&P heute endlich wieder mal die gleitende 50-Tages-Durchschnittslinie nach oben durchbrach. Das lockte wiederum Käufer an, die sich an derartigen Charttechniken orientieren. Damit gerieten wieder die Leerverkäufer in Zugzwang. Diese Zeitgenossen hatten auf fallende Kurse gewettet und daher geliehenen Aktien auf den Markt geworfen. Jetzt müssen sie sich zu anziehenden Preisen eindecken.
4. Mobius-Effekt
Der Großinvestor und Fondsmanager Mark Mobius verkündete heute, der „nächste Bullenmarkt” habe bereits schon begonnen. Investoren sollten daher diese Chance nicht verpassen, so Mobius. Beste 10-Tage-Strecke seit 1938 Die Konsequenz: An der New York Stock Exchange kamen auf ein Verlierer 21 Gewinner, daran gemessen die „breiteste” Rallye seit Juli 2004, berichtet Bloomberg.
Zu den Futures:
Nach dem furiosen Anstieg am gestrigen Handelstag stockt die Bergfahrt im S+P zunächst bei 820.00 Punkten. Damit bildet sich eine neue Tradingrange in dem Bereich von 810.00 bis 820.00 Punkten. Heute sollte sich zeigen, ob die o.g. Faktoren nachhaltig positiv wirken oder ob sich wieder um eine überschwängliche Euphorie handelt. Ein „Seitwärtsmarkt” erscheint wahrscheinlich - sollte es jedoch zum Ausbruch kommen bieten sich Chancen auf beiden Seiten.
Mögliche Einstiege:
Ausbruchstrading:
Short ab 805.00 bis 800.00 und später 790.00 Punkte
Long ab 825.00 bis 830.00 und später 840.00 Punkte
Rangetrading:
Short bei 820.00 mit einem Stopp bei 822.00 Punkten
Long bei 810.00 mit einem Stopp bei 808.00 Punkten


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